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PSA-SCHWERPUNKT: Arbeiten unter null Grad

Ausgaben-Nummer: 
04/2019

In der M.A.S. 3/19 standen „Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz“ im Mittelpunkt, dieses Mal widmen wir uns in unserem PSA-Schwerpunkt dem Thema „Arbeiten unter null Grad“. Das für diese Ausgabe ursprünglich geplante Thema „Kennzeichnung Fußschutz“ müssen wir leider bis auf weiteres verschieben, da die neue Norm EN ISO 20345 für Sicherheitsschuhe derzeit noch in Arbeit ist. Wir halten Sie diesbezüglich selbstverständlich auf dem Laufenden!  
Egal ob im Freien oder in einem Kühlhaus – wer in kalter Umgebung arbeitet, der braucht die richtige Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Bei Minusgraden müssen aber nicht nur Körper, Kopf, Füße und Hände warm gehalten werden, auch auf den Schutz der Haut und der Augen darf nicht vergessen werden.
Ihre Persönliche Schutzausrüstung zum Schutz vor Kälte sollte eine für die Witterungsverhältnisse bzw. Arbeitsumgebung passende Schutzbekleidung samt Kopfbedeckung, geeigneten Fuß- und Augenschutz, Kälteschutzhandschuhe sowie einen speziellen Hautschutz umfassen. Worauf Sie bei der Auswahl der PSA besonders achten sollten, das erfahren Sie hier:

Körpertemperatur halten
Schutzbekleidung verhindert nicht nur Berufskrankheiten, sondern schützt auch vor Kälte, Wind und Regen bzw. Feuchtigkeit. Die Schutzwirkung wird dabei wesentlich von den Eigenschaften der verwendeten Gewebe und Materialien bestimmt, aber auch durch die Ausführung. Für die kälteren Jahreszeiten sind folgende Produktarten von besonderer Bedeutung:
•    Bekleidung zum Schutz gegen Kälte
•    Schutzbekleidung gegen Regen
Bei Arbeiten im Freien ist es wichtig, trocken zu bleiben und eine angenehme Körpertemperatur zu halten. Hier hat sich in der Praxis das „Mehrlagen-Prinzip“ mit beispielweise drei verschiedenen Lagen an Kleidung als wirkungsvoll erwiesen. Lage 1 dient dem Feuchtigkeitstransport von der Haut weg, Lage 2 isoliert und Lage 3 dient dem Schutz gegen Kälte, Regen und Wind. Achten Sie bei der Auswahl auch auf einige wichtige Details. So zählen zu den Merkmalen einer guten Außenbekleidung u.a.: Eingelassene Bündchen an Arm- und Beinabschlüssen, Schneesperre über dem Reißverschluss, wärmendes Futter in den vorderen Taschen, verstellbares Taillenband, Reißverschluss bis zum Kragen. Gerade über den Kopf geht schnell viel Körperwärme verloren, vergessen Sie daher keinesfalls auf eine entsprechende Kopfbedeckung.

Gesehen werden
Da es im Herbst und im Winter später hell und früher dunkel wird, ist bei der Auswahl von passender Persönlicher Schutzausrüstung für Arbeiten im Freien auch auf gute Sichtbarkeit zu achten. Hochsichtbare Warnkleidung gewährleistet, dass der Träger bereits aus großer Entfernung gesehen wird – und das bei Tag und bei Nacht.

Trockene Füße
Bei kühlen Außentemperaturen ist es wichtig, neben Körper und Kopf auch die Füße trocken und warm zu halten. Schuhe können zusätzlich „CI (Cold Isolation)“ geprüft sein, dann isolieren sie gut gegen die Kälte des Bodens. Damit Füße trocken und warm bleiben, sollte der Schuhschaft möglichst wasserfest sein. Dazu dienen wasserfeste Materialien und gute, hydrophobierte Oberleder. Althergebrachte naturbelassene Futtermaterialien wie echtes Lammfell oder Haarfilz haben sich sehr bewährt. Das richtige Material ist auch bei der Sohle wichtig: Gummi/Gummi-PUR gewährleistet die Flexibilität und die rutschhemmenden Eigenschaften der Laufsohlen auch bei sehr niedrigen Temperaturen. Voraussetzung für trockene Füße sind darüber hinaus geeignete Socken.

Warme Hände
Damit Wärme, Fingerspitzengefühl und Wohlbefinden nicht verloren gehen, bedarf es auch an den Händen einer „zweiten Haut“. Schutzhandschuhe gegen Kälte sollen sowohl gegen durchdringende Kälte (konvektive Kälte) als auch gegen Kontaktkälte Schutz bieten. Handschuhe bieten aber nur dann einen zuverlässigen Schutz, wenn sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Dazu zählen die Fähigkeit, Wärme zu speichern, hohe Taktilität und Strapazierfähigkeit, Wind- und Wasserschutz, Leichtigkeit und Atmungsaktivität.  

Geschütze Augen
Auch die Augen benötigen Schutz gegen beißende Kälte. Achten Sie bei der Auswahl der passenden Schutzbrille u.a. auf Folgendes:  
•    Wählen Sie Brillen mit beschlaghemmender Beschichtung – mit Belüftung oben und unten für bessere Luftzirkulation.
•    Verwenden Sie eine Schutzbrille mit breitem, verstellbarem Kopfband, das für eine sichere und bequeme Passform sorgt.
•    Wählen Sie eine geeignete Tönung der Sichtscheibe, z. B. grau, um das Risiko von Schneeblindheit zu verringern.
•    Tragen Sie eine Vollsichtbrille, die Sie vor Wind und fliegenden Partikeln schützt und eine zusätzliche Abdeckung des Gesichts gewährleistet.
•    Die Schutzbrille sollte angenehm zu tragen sein und Ihnen auch gefallen.  

Weniger Eigenfett
Eisige Kälte und starker Wind stellen auch für unsere Haut eine große Belastungsprobe dar. Denn bereits bei Temperaturen unter 8°C produziert unsere Haut weniger Eigenfett und kann ihre natürliche Schutzfunktion daher nur mehr eingeschränkt erfüllen. Ein systematisches Hautschutzkonzept ist im Winter daher genauso wichtig wie ein UV-Schutzprogramm im Sommer.
 

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 4/19 im Infoservice auf den Seiten 8 bis 14. Fotocredit: (C)iStockphoto/inakiantonana