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PSA-SCHWERPUNKT: Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz

Ausgaben-Nummer: 
02/2018

In der M.A.S. 1/18 stand „Nachhaltigkeit im Arbeitsschutz“ im Mittelpunkt, dieses Mal widmen wir uns in unserem PSA-Schwerpunkt dem umfassenden Thema „Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz“.
Wir geben Ihnen auf den nächsten Seiten rund um das Thema „Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz“ einen Kurz-Überblick dazu, welche gefährlichen Stoffen es gibt, wie diese in den menschlichen Organismus gelangen können und wie Sie sich mit der richtigen Persönlichen Schutzausrüstung davor schützen können. Zudem haben wir wie gewohnt Experten aus der Praxis befragt. Aus Platzgründen ist es uns hier jedoch NICHT möglich, Details v.a. zu Kennzeichnungen, Normen etc. zu erörtern. Diesbezüglich empfehlen wir Ihnen das „Handbuch Persönliche Schutzausrüstung“ des VAS (siehe Kasten Infoservice S. 13) sowie vertiefend zu Normen das Austrian Standards Institute. Einen aktuellen Bezugsquellen¬nachweis, bei welchen VAS-Mitgliedsunternehmen Sie entsprechende Produkte beziehen können, finden Sie auf den Seiten 16-17.

Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz
Die Gefahr ist oft nicht sichtbar, aber manchmal bereits in geringen Mengen schädigend bzw. sogar tödlich: Dem rechtzeitigen Erkennen von und dem richtigen Schutz vor gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz kommt daher größte Bedeutung zu.
Chemische und biologische Risiken entstehen beim Umgang mit festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen, z.B. durch Säuren, Laugen, Fette, Öle, Löse-, Schmier- und Trennmittel und Mikroorganismen. Eine Vielzahl von Gas-/Luft- und Dampf-Luftgemischen ist als „gefährlich“ zu bezeichnen. Dies gilt auch für Strahlungseinwirkungen durch ionisierende Strahlen und radioaktive Kontamination. Die Gefährlichkeit dieser Stoffe kann sich dabei auf eine Explosionsgefahr und/oder unterschiedlichste Gesundheitsschädigungen des Menschen beziehen. Die Schädigungen hängen letztlich von einer Vielzahl von Faktoren wie Art und Konzentration des Schadstoffes, Einwirkungsdauer und persönlicher Disposition ab. Nach langjähriger Exposition können auch Veränderungen an vom Einwirkungsort entfernt liegenden Organen entstehen (systemischer Effekt).

Viele gefährliche Stoffe
Die Anzahl an gefährlichen Stoffen ist groß, allein das Hommel-Handbuch der gefährlichen Güter umfasst mittlerweile rund 3.000 verschiedene Stoffe. In der Grenzwerteverordnung 2011 (GKV 2011)  sind über 600 Stoffe enthalten. Die Kennzeichnung für gefährliche Stoffe und gefährliche Zubereitungen wird in der CLP(GHS)-Verordnung geregelt. Die Erkennung chemischer Gefahren wird u.a. unterstützt durch Sicherheitsdatenblätter, die Kennzeichnung mit Gefahrenpiktogrammen, Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge uvm.
Schädliche Stoffe können auf unterschiedliche Art und Weise in den Körper gelangen und so vom menschlichen Organismus aufgenommen werden:
-    durch Kontakt über die Haut (z.B. Stäube, Flüssigkeiten)
-    durch Einatmen über die Lunge (z.B. Stäube, Gase, Dämpfe, flüssige Partikel) sowie
-    durch Verschlucken über den Magen-Darm-Kanal (z.B. Stäube, Flüssigkeiten)

Aufnahme über die Haut
Die Haut ist das größte Organ des Menschen und schützt den Organismus u.a. vor chemischen Stoffen durch die Hornhautbarriere sowie vor Mikroorganismen im Zusammenwirken von saurer Hydrolipidschicht (Säureschutzmantel), hauteigener Bakterienflora und Hornschicht. Als chemische Risiken gelten Mineralöle, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Säuren, Laugen, Farben, Teer, Lösungsmittel etc.   
Schutz gegen die Aufnahme von Chemikalien bietet ein intakter Säureschutzmantel (pH-Wert zwischen 5 und 6), der durch Lösemittel, Wasser, Seifen, Laugen etc. aber zerstört werden kann. Auch eine erhöhte Permeabilität der Haut sowie Hautschäden wie Abnutzungsekzeme, Reizungen, Allergien etc. erhöhen die Durchlässigkeit der Haut. Chemikalien können die Haut dann leichter und schneller durchdringen.

Aufnahme durch Einatmen
Am häufigsten gelangen Schadstoffe über das Einatmen in den Organismus. Schadstoffe in der Atemluft gliedern sich in partikelförmige Schadstoffe (Staub, Rauch, Nebel) sowie Schadstoffe in Form von Gasen und Dämpfen. Letztere können bereits in kleinsten Mengen sowohl unmittelbare als auch chronische Schäden hervorrufen und müssen nicht unbedingt über die Sinnesorgane wahrnehmbar sein. Die über die Atemwege aufgenommenen Schadstoffe können – je nach spezifischer Wirkungsweise des Stoffes – u.a. zu Lungenerkrankungen, akuten oder chronischen Vergiftungen, zu Allergien und zu Krebserkrankungen führen.
Die Risikosituationen im beruflichen Alltag sind vielfältig und reichen beispielsweise von Spritzlackierarbeiten ohne technischen oder persönlichen Schutz über das Ausströmen von Gasen aus undichten Rohrleitungen bis hin zum Schweißen und Löten. Auch beim Einstieg in Gruben, Schächte und Kanäle ist die Gefahr groß, mit gefährlichen Gasen bzw. Schadstoffen in Kontakt zu kommen.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 2/18 im Infoservice ab Seite 6.

Fotocredit: (C)3M