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PSA-SCHWERPUNKT: Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz

Ausgaben-Nummer: 
03/2019

In der M.A.S. 2/19 stand „die PSA-Verordnung 2016/425 - Gehörschutz“ im Mittelpunkt, dieses Mal widmen wir uns in unserem PSA-Schwerpunkt abermals dem wichtigen Thema „Gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz“.
Gerade weil die Gefahr oft nicht sichtbar ist und manchmal bereits geringe Mengen schädigend bzw. sogar tödlich sein können, kommt dem rechtzeitigen Erkennen von und dem richtigen Schutz vor gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz größte Bedeutung zu.
Die Anzahl an gefährlichen Stoffen ist groß. Das Hommel-Handbuch der gefährlichen Güter umfasst mittlerweile rund 3.000 verschiedene Stoffe, in der Grenzwerteverordnung 2011 (GKV 2011) sind über 600 Stoffe enthalten. Risiken entstehen beim Umgang mit festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen, aber auch eine Vielzahl von Gas-/Luft- und Dampf-Luftgemischen ist als „gefährlich“ zu bezeichnen. Dies gilt auch für Strahlungseinwirkungen durch ionisierende Strahlen und radioaktive Kontamination. Die Kennzeichnung für gefährliche Stoffe und gefährliche Zubereitungen wird in der CLP(GHS)-Verordnung geregelt. Die Erkennung chemischer Gefahren wird u.a. unterstützt durch Sicherheitsdatenblätter, die Kennzeichnung mit Gefahrenpiktogrammen, Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge uvm.

Vielfältige Schädigungen möglich
Die möglichen Gesundheitsschädigungen sind vielfältig und hängen letztlich von verschiedenen Faktoren wie Art und Konzentration des Schadstoffes, Einwirkungsdauer und persönlicher Disposition ab. Nach langjähriger Exposition können auch Veränderungen an vom Einwirkungsort entfernt liegenden Organen entstehen (systemischer Effekt).
Schädliche Stoffe gelangen auf unterschiedliche Art und Weise in den Körper und werden so vom menschlichen Organismus aufgenommen:

  • am häufigsten durch Einatmen über die Lunge (z.B. Stäube, Gase, Dämpfe, flüssige Partikel),
  • durch Kontakt über die Haut (z.B. Stäube, Flüssigkeiten): Schutz gegen die Aufnahme von Chemikalien bietet ein intakter Säureschutzmantel (pH-Wert zwischen 5 und 6), der aber durch Lösemittel, Wasser, Seifen, Laugen etc. zerstört werden kann. Eine erhöhte Permeabilität der Haut sowie Hautschäden wie Abnutzungsekzeme, Reizungen, Allergien etc. erhöhen ebenfalls die Durchlässigkeit der Haut.
  • durch Verschlucken über den Magen-Darm-Kanal (z.B. Stäube, Flüssigkeiten)


Grenzwerte MAK/TRK
Je höher die Konzentrationen eines Schadstoffes in der Atemluft sind, umso höher ist auch die Gefährdung. Bei toxischen Gas- bzw. Dampf- und Schwebstoffkonzentrationen sind folgende Werte, die in der Grenzwerteverordnung als Tagesmittelwert, Jahresmittelwert und/oder Kurzeitwert festgelegt sind, zu beachten:

  • MAK (Maximale Arbeitsplatzkonzentration)-Werte sind für gesunde Personen im erwerbsfähigen Alter festgelegt. Bei Einhaltung der MAK-Werte werden die Arbeitnehmer weder unangemessen belästigt noch wird deren Gesundheit beeinträchtigt. Gemessen wird der MAK-Wert in ppm (parts per million), also Teile auf einer Million in ml/m3 oder mg/m3.
  • Der TRK (Technische Richtwertkonzentration)-Wert wird für jene Substanzen angegeben, für die nach dem Stand der Wissenschaft keine als unbedenklich anzusehende Konzentration angegeben werden kann. Die Einhaltung des TRK-Wertes soll das Risiko einer Gesundheitsbeeinträchtigung vermindern, vermag dieses jedoch nicht vollständig auszuschließen. 


Verlässliche Messtechnik
Um das Ausmaß einer Gefahr durch gefährliche Stoffe nachweisen und erfassen zu können, sind technische Hilfsmittel, also „Warngeräte, notwendig. Denn bei einer Vielzahl von Stoffen liegt die Geruchsschwelle über dem Grenzwert, Strahlungsquellen sind überhaupt geruchlos. Die Messtechnik dient dem Erkennen von und dem Warnen vor explosiblen, toxischen und radioaktiven Gefahren sowie der Messung von Stäuben und Lärmen. Dafür stehen verschiedenste Geräte zur Verfügung.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 3/19 im Infoservice auf Seite 10. Fotocredit: (C) iStockphoto/Antoine2K