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PSA-SCHWERPUNKT: Nachhaltigkeit im Arbeitsschutz

Ausgaben-Nummer: 
01/2018

In der M.A.S. 4/17 stand der „Warn- und Wetterschutz“ im Mittelpunkt, dieses Mal widmen wir uns in unserem PSA-Schwerpunkt dem Thema „Nachhaltigkeit im Arbeitsschutz“. Nachhaltiger in Bezug auf Produkte, Menschen und Umwelt zu handeln – dieser globale Trend hat längst auch den Arbeitsschutz erreicht.
Es liegt in unserer Verantwortung, den nachfolgenden Generationen lebenswerte Bedingungen zu hinterlassen. Zahlreiche Hersteller und Händler von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) stellen sich seit vielen Jahren dieser großen Aufgabe und produzieren und handeln umwelt-, klima- und ressourcenschonend.
Nachhaltigkeit beinhaltet das Handlungsprinzip der Ressourcen-Schonung. Die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften und der Regenerationsfähigkeit eines Systems für die weitere künftige Nutzung steht dabei im Zentrum: So sollte u.a. nicht mehr verbraucht werden, als z.B. nachwachsen oder sich regenerieren kann. Nachhaltiges Handeln versteht sich als Handeln mit wirtschaftlicher, ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung. Dies beginnt bei der Beschaffung von Rohmaterialien, umfasst den gesamten Produktionsprozess und geht bis zur Entsorgung von Abfällen.

Langfristige Ziele
Produzierende Betriebe stehen dabei vor ganz besonderen Herausforderungen, erzeugen sie doch verschiedenste Arten von Emissionen wie Lärm, Abgase und Abfall. Welche Ziele sich beispielsweise 3M in diesem Bereich setzt, das geht aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017 des Multitechnologiekonzerns, in dem 3M über seine weltweiten Strategien, Ziele und Erfolge beim nachhaltigen Wirtschaften informiert, hervor: So hat 3M seit 2002 seine Emission von Treibhausgasen um 67 Prozent gesenkt, seinen Wasserverbrauch weltweit zwischen 2005 und 2016 um über ein Drittel und seine Produktionsabfälle um knapp ein Viertel im Verhältnis zum Nettoumsatz. In seinem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert 3M auch seine langfristigen Ziele. Dazu gehört etwa, die Energieeffizienz bis 2025 um 30 Prozent im Verhältnis zum Nettoumsatz zu steigern und den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf 25 Prozent zu erhöhen. Zudem arbeitet 3M intensiv mit seinen Kunden zusammen, um diese durch den Einsatz von 3M- Technologien bei der Reduktion ihrer CO2-Emissionen zu unterstützen.

Biologisch abbaubare Produkte
Auf innovative umweltschonende und ökologisch verträgliche Lösungen setzt auch die Peter Greven Physioderm GmbH und hat als Vorreiter der Hautschutz-Branche bereits vor zehn Jahren die Mineralöle im Physioderm-Sortiment gegen pflanzliche Fette und Öle ausgetauscht. „Zukünftig möchten wir auch Mikroplastik nahezu vollständig aus unserem Sortiment verbannen. Stattdessen wird in diesen Produkten nun vermehrt Olivenkernmehl eingesetzt. Olivenkernmehl ist ein nachwachsender Rohstoff – und ein Produkt, das bei der Produktion von Olivenöl als Nebenprodukt anfällt. Der wichtigste Vorteil ist jedoch seine auch im Vergleich zu anderen natürlichen Reibekörpern gute biologische Abbaubarkeit und kann die Mikroplastik-Partikel deswegen verlässlich ersetzen“, weiß Dr. Susanne Kemme, Export Manager der Peter Greven Physioderm GmbH.
Eine bedeutende Neuheit am PSA-Markt ist beispielsweise auch die „Eco Best Technology“ (EBT) des Handschuhherstellers Showa. Das von SHOWA entwickelte EBT-Nitril-Material wird auf der Mülldeponie von Mikroorganismen vollständig biologisch abgebaut. Der Abbauprozess jedes Handschuhs konnte mit EBT somit von 100+ Jahren auf nur noch 1 bis 5 Jahre gesenkt werden. Aus diesen Handschuhen entsteht Dünger, kein Abfall bleibt zurück.

Teil der Firmenphilosophie
Nachhaltigkeit wird in den Unternehmen auf unterschiedlichste Art und Weise umgesetzt und gelebt. Allen ist jedoch gemein: Das Prinzip muss integrativer Bestandteil der Firmenphilosophie und zur Selbstverständlichkeit im Unternehmen werden.
Die Firma Haberkorn beschäftigt sich seit 2010 intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit im Arbeitsschutz. „Nachhaltigkeit ist bei Haberkorn ein Teil der Unternehmensphilosophie und in und mit allen Bereichen verwurzelt. Unsere drei wesentlichen Säulen sind der wertschätzende Umgang mit Mitarbeitern, die bewusste Gestaltung von Sortiment und Services sowie ressourcenschonende Prozesse. Durch einen bunten Strauß an Maßnahmen und Aktivitäten entsteht nicht nur ein Mehrwert für unser Unternehmen, sondern auch für die Gesellschaft und unseren Lebensraum“, erklärt Bernhard Nemcic, Sortimentsmanager Arbeitsschutz bei Haberkorn, die dahinterstehende Philosophie.Auch bei Ötscher ist nachhaltiges Handeln umfassend im Unternehmen verankert: „Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, mein Handeln bzw. das meines Unternehmens zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst zu gestalten und zwar in den verschiedensten Bereichen, wie Umwelt, Produkte und Menschen. Nachhaltigkeit wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Unternehmen werden zukünftig daran bewertet, wie sie mit ihrer Umwelt umgehen. Mitarbeiter werden darauf stolz sein, für ein Unternehmen zu arbeiten, das sich verantwortlich fühlt“, ist Mag. Ditha Götzl-Guthrie, Prokuristin / Marketing Vertrieb Ötscher Berufskleidung, überzeugt.

Respekt vor Umwelt & Mensch
Neben einer umwelt-, klima- und ressourcenschonenden Produktion stellen der wertschätzende Umgang mit Mitarbeitern, und hier insbesondere die betriebliche Gesundheitsförderung einen weiteren wichtigen Eckpfeiler einer nachhaltigen Unternehmensstrategie dar. Die Umsetzung kann dabei auf vielfältige Art und Weise erfolgen und reicht von der Evaluierung in Bezug auf psychische Belastungen am Arbeitsplatz, Sicherheitsschulungen, Beratungen zu Ergonomie am Arbeitsplatz über Kurse zur Burn out-Prävention sowie Informations- und Fitnessangebote bis hin zur laufenden Optimierung des Zeitmanagements, um Stress zu vermeiden. Gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind schließlich die wichtigste Basis für den Erfolg eines Betriebes.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 1/18 im Infoservice auf den Seiten 7-13.

Fotocredit: (C)istockphoto_Cecilie_Arcurs