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PSA-SCHWERPUNKT: Normen & Kennzeichnung Augenschutz

Ausgaben-Nummer: 
01/2019

In der M.A.S. 4/18 widmeten wir uns dem Thema „PSA 4.0“, dieses Mal setzen wir unsere neue Serie „Das sollten Sie wissen: Normen & Kennzeichnung“ im Rahmen des PSA-Schwerpunktes fort, und zwar zum „Augenschutz“.
Unsere Augen sind eines unserer empfindlichsten Sinnesorgane und durch nichts zu ersetzen – sie brauchen daher einen ganz besonderen Schutz. Die Gefahren für unsere Augen am Arbeitsplatz werden nach wie vor oft nicht in ausreichendem Maß als solche erkannt, wirksamer Augenschutz wird daher oftmals nicht oder nur in ungenügender Form verwendet. Die Folge: Laut Statistik erleiden zwei Drittel der Betroffenen bei Augenverletzungen deutlich messbare, bleibende Sehkrafteinbußen. Jeder 10. verliert auf dem verletzten Auge sogar zur Gänze seine Sehkraft.

Gesundheitliche Risiken
Schädigungen am Auge können durch mechanische, optische, chemische, thermische und besondere Einwirkungen entstehen. In der Praxis sind an vielen Arbeitsplätzen mehrere Einwirkungen gleichzeitig zu beachten. Der überwiegende Teil an Augenverletzungen wird zwar durch mechanische Einwirkungen – dazu zählen Staub, Festkörper wie Späne, Splitter oder Körner – verursacht, besonders gefährlich und heimtückisch sind aber Einwirkungen, deren schädigende Wirkung wir erst im Nachhinein bemerken und zu spüren bekommen, z.B. optische Einwirkungen wie UV-Strahlen und Blendung.

UV-Strahlen, Blaulicht & Blendung
Zu den optischen Einwirkungen auf das menschliche Auge zählen UV- und IR-Strahlen sowie Blendung durch Licht. Als energiereiche Strahlung in diesem Frequenzbereich sind UV-Strahlen besonders gefährlich. Man unterscheidet:
•    Bei UV-C-Strahlen (100-280 nm/Nanometer) erfolgt die Absorbierung meist schon in der Luft, sodass für das menschliche Auge praktisch keine Gefahr besteht.
•    UV-B-Strahlen (280-315 nm) werden bereits in der Hornhaut absorbiert und verursachen Entzündungen der Binde- und Hornhaut, aber keine bleibenden Schäden. Die Schmerzen durch dieses sogenannte „Verblitzen“ – besonders den Elektroschweißern in der Praxis bekannt – treten allerdings erst etwa 6-8 Stunden nach Strahleneinwirkung auf.
•    Durch UV-A-Strahlen (315-380 nm), die in der Linse absorbiert werden, entsteht als Langzeiteffekt der „Graue Star“,  eine Form der Linsentrübung.
•    Sichtbare Lichtstrahlen (380-780 nm) können bei entsprechender Intensität und Einwirkdauer ebenfalls zu fotochemischen und/oder thermischen Verletzungen der Netzhaut führen.
•    Gefährdungen durch Blau-Licht (Blue Light Hazard) entstehen aus hoch energetischem sichtbarem Licht (HEV light) im unteren Wellenlängenbereich (380-490 nm). In der neuesten Forschung wurde das sogenannte Blau-Licht als eine Ursache für altersbezogene Makula-Degeneration identifiziert. Diese photochemische Schädigung des Auges wird als Photoretinitis bezeichnet und ist oft von thermischen Netzhautschädigungen überlagert. Da vermutet wird, dass bereits eine Einwirkung mittlerer und intensiver sichtbarer Strahlung ab 10 Sekunden zu Schädigungen führen kann, bieten einige Schutzbrillen-Hersteller spezielle Sichtscheibentönungen an, die diese Strahlung herausfiltern.
WICHTIG: Arbeitgeber sind verpflichtet, technische, organisatorische und gegebenenfalls personenbezogene Vorkehrungen zu treffen, um eine Gefährdung ihrer Mitarbeiter u.a. durch Sonneneinstrahlung zu verhindern. Welcher Schutz im Detail vor den Gefahren durch natürliche optische Strahlung vorzunehmen ist, das wird in der Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmer/innen vor der Einwirkung durch optische Strahlung (Verordnung optische Strahlung – VOPST; die aktuelle Fassung finden Sie unter www.risk.bka.gv.at) geregelt.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 1/19 auf den Seiten 8 bis 14.

Fotocredit: (C)MSA