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PSA-SCHWERPUNKT: PSA-Verordnung 2016/425 - Gehörschutz

Ausgaben-Nummer: 
02/2019

In der M.A.S. 1/19 standen Normen und Kennzeichnungsvorschriften im Augenschutz im Mittelpunkt, dieses Mal widmen wir uns in unserem PSA-Schwerpunkt der „PSA-Verordnung 2016/425“, sowohl allgemein als auch speziell in Hinblick auf Gehörschutz.

Die neue PSA-Verordnung 2016/425 gilt seit April 2018 anstelle der PSA-Richtlinie 89/686/EWG. Die PSA-Verordnung wurde eingeführt, um die Verfahren zur Entwicklung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und deren Bereitstellung auf dem europäischen Markt zu harmonisieren und die derzeitige Praxis zu berücksichtigen. Der 3M Experte Ing. Georg Frank-Zumtobel beantwortet im Gespräch mit der M.A.S. nachfolgend wichtige Fragen zur Umsetzung der PSA-Verordnung 2016/425.

M.A.S.: Herr Ing. Frank-Zumtobel wann und warum wird die PSA-Richtlinie geändert? Für die Umsetzung der veröffentlichten Verordnung gilt ein Übergangszeitraum zwischen April 2018 und April 2019. Spätestens ab April 2019 müssen alle mit dem CE-Zeichen versehenen PSA-Produkte, die auf den Markt gebracht werden, der PSA-Verordnung entsprechen.

M.A.S.: Was bezweckt die neue PSA-Verordnung? Die PSA-Verordnung ist ein verbindlicher Gesetzgebungsakt. Er enthält klare und detaillierte Anforderungen, die in all ihren Teilen in den EU-Mitgliedstaaten anzuwenden sind. Die Verordnung gilt für alle Absatzarten von Persönlicher Schutzausrüstung, unter anderem auch für den Fernabsatz, und bezweckt die Einführung eines hohen Niveaus für die Arbeitssicherheit, den Schutz der Benutzer und einen fairen Wettbewerb. Zusätzlich stärkt sie die Effizienz der Marktüberwachung.

M.A.S.: Was sind die wichtigsten Änderungen? Es gibt verschiedene grundsätzliche Änderungen, die nachfolgend aufgeführt werden: • Wechsel der Kategorisierung von produktbezogen zu risikobezogen; • Änderung der Klassifizierung für bestimmte Produktkategorien: z.B. Gehörschutz wird nun unter „schädlicher Lärm“ (Risiko) kategorisiert und aus Kategorie II in Kategorie III verschoben; • jedem Produkt muss die EU-Konformitätserklärung (oder ein Link zum Abruf des Dokuments) beiliegen; • für technische Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung gilt eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren ab dem Inverkehrbringen der PSA • Gültigkeit/Ablaufdatum von 5 Jahren für neue Zertifikate EU-Baumusterprüfbescheinigungen; • festgelegte Pflichten für Wirtschaftsakteure innerhalb der Liefer- und Vertriebskette.

M.A.S.: Was ändert sich nun konkret mit dem Stichtag 21. April 2019? Ab diesem Tag dürfen Hersteller nur noch Persönliche Schutzausrüstungen in den Verkehr bringen, die nach der neuen PSA-Verordnung zertifiziert sind. Die Kennzeichnung der PSA sowie die Begleitdokumente müssen zu diesem Termin umgestellt sein.

M.A.S.: Darf der Handel ab dem Stichtag nur noch PSA nach neuer Verordnung vertreiben? Nein. PSA, die sich beim Händler bereits auf Lager befinden, dürfen unabhängig von der neuen Verordnung weiter auf dem Markt bereitgestellt werden und dürfen auch weiterhin verwendet werden. Auf diese Weise lassen sich gerade in der Übergangsphase mögliche Engpässe bei der Verfügbarkeit einzelner Produktgruppen verhindern.

M.A.S.: Wie lange dürfen im Unternehmen noch PSA nach alter Verordnung verwendet werden? Grundsätzlich unbegrenzt, solange eine einwandfreie Funktion der PSA sichergestellt ist, bzw. bis zum Verfallsdatum, das bei zahlreichen Produkten in der Anleitung genannt wird. Auch in Unternehmen muss somit keine PSA aufgrund der neuen Verordnung vorzeitig vernichtet werden.

M.A.S.: Woran ist zu erkennen, ob ein Produkt nach neuer PSA-Verordnung in Verkehr gebracht wurde? Dazu gibt es verschiedene Hinweise, die als Orientierung dienen können: Beispielsweise ist die Adresse auf dem Produkt aufgebracht oder die Konformitätserklärung beigefügt bzw. im Internet verfügbar. Vielen Dank für das informative Gespräch!

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 2/19 im Infoservice auf Seite 11. Fotocredit: (C)Blakläder