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TITEL: Beruflicher Hautschutz zahlt sich aus

Ausgaben-Nummer: 
02/2019

Lange Zeit war der berufliche Hautschutz so etwas wie das Stiefkind der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), doch diese Zeiten sind vorbei: Seit die PSA-Verordnung klare Regeln für den beruflichen Hautschutz vorgibt, hat sich viel zum Positiven verändert. Die Unternehmen haben erkannt, dass sich die Haut ihrer Beschäftigten mit vergleichsweise geringem Aufwand gut schützen lässt. Davon profitieren langfristig alle Seiten.

Seit Jahren belegen Hauterkrankungen den zweiten Platz auf der Liste der in Österreich anerkannten Berufskrankheiten. Von den 1.195 Fällen, die 2017 von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) anerkannt wurden, waren 148 Fälle Hauterkrankungen. Nur die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit wurde häufiger als Berufskrankheit anerkannt. Diese Zahlen belegen, wie wichtig der berufliche Hautschutz ist. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt: So gibt die PSA-Verordnung seit April 2014 klare Regeln für den beruflichen Hautschutz vor. Laut § 13 müssen „Arbeitgeber/innen den Arbeitnehmer/innen die erforderlichen Hautmittel in geeigneter und den hygienischen Anforderungen entsprechender Form zur persönlichen Anwendung zur Verfügung stellen“, wenn sie einem besonderen Risiko ausgesetzt sind. Darunter fallen u.a. Gefahren durch gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe, durch optische Strahlung oder durch Einwirkung von Feuchtigkeit, Witterung oder Nässe. Die Pflicht der Arbeitgeber endet aber nicht mit der Bereitstellung der Hautschutzmittel. Es muss darüber hinaus auch einen Hautschutzplan geben, in dem festgelegt ist, bei welchen Arbeitsvorgängen welche Hautschutzmittel angewendet werden müssen. Nicht zuletzt ist eine Unterweisung zur richtigen Anwendung Pflicht. Mitarbeiter müssen einbezogen werden „Die PSA-Verordnung hat viel dazu beigetragen, dass sich die Unternehmen jetzt intensiver mit dem Thema beruflicher Hautschutz auseinandersetzen“, sagt Hanspeter Pfleger. Der 51-Jährige stammt aus St. Pölten und ist der einzige Hautschutzberater in Österreich. Pfleger arbeitet für den deutschen Hersteller Peter Greven Physioderm (PGP). Er berät Unternehmen im ganzen Land in Fragen des beruflichen Hautschutzes und hilft ihnen, ein professionelles Hautschutzkonzept zu implementieren. Dieses besteht aus den drei Bausteinen „Hautschutz vor“, „Hautreinigung während“ und „Hautpflege nach der Arbeit“, die im Konzept aufeinander abgestimmt und eng verzahnt sein müssen. Zudem muss das Konzept den Mitarbeitern detailliert erklärt werden. „Denn ohne die Mitwirkung der Mitarbeiter oder sogar gegen die Mitarbeiter hat ein Hautschutzkonzept keine Chance.“

Lesen Sie mehr in der M.A.S. 2/19 auf Seite 4. Fotocredit: (C)auremar/Fotolia