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TITEL INFOSERVICE: Altersbedingte Sicherheits- und Gesundheitsrisiken

Ausgaben-Nummer: 
03/2017

Ältere Mitarbeiter bringen einem Unternehmen viele Vorteile. Um jedoch auch der älteren Belegschaft den notwendigen Schutz am Arbeitsplatz zu gewährleisten, müssen altersbedingte Sicherheits- und Gesundheitsrisiken regelmäßig sorgfältig überprüft werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Sicherheitsaspekte dabei in der betrieblichen Praxis von besonderer Bedeutung sind.

Der demographische Wandel schreitet voran: Bis 2030 wird bereits jeder dritte Arbeitnehmer in der Europäischen Union zwischen 55 und 64 Jahren alt sein. Den Vorteilen von älteren Arbeitnehmern stehen altersbedingte Sicherheits- und Gesundheitsrisiken gegenüber, die von Sicherheitsfachkräften in besonderem Maße zu berücksichtigen sind. So lässt mit dem Alter beispielsweise das Seh- und Hörvermögen nach, auch Beweglichkeit und physische Belastbarkeit nehmen ab. Die Wahrscheinlichkeit für ernsthafte Verletzungen durch Unfälle steigt hingegen.

Folgende Aspekte sollten daher u.a. bei einer Sicherheits- und Risikoanalyse in Bezug auf die ältere Belegschaft miteinbezogen werden:

  • Muskelkraft und Beweglichkeit: Die meisten Tätigkeiten erfordern nicht die maximale Körperkraft oder Beweglichkeit. Daher führen ältere Mitarbeiter die meisten Aufgaben genauso problemlos aus wie jüngere, arbeiten jedoch unter größerer Anstrengung. Sicherheitsfachkräfte sollten daher die Auswirkungen von oft wiederkehrenden Bewegungsabläufen bei bestimmten manuellen Aufgaben besonders ernst nehmen.
  • Körperhaltung und Gleichgewicht: Mit zunehmendem Alter passieren mehr Unfälle, die auf Gleichgewichtsprobleme zurückzuführen sind. Ausrutschen, Stolpern oder Stürze stellen daher insbesondere für ältere Mitarbeiter ernstzunehmende Risiken am Arbeitsplatz dar. Lesen Sie mehr dazu im Interview.
  • Thermoregulation: Da sich die Körpertemperatur älterer Mitarbeiter v.a. bei körperlichen Aktivitäten nicht mehr so gut an die Außentemperatur anpassen kann, erweisen sich heiße oder kalte Umgebungen, z.B. bei Arbeiten im Freien, als besondere Herausforderung. Wasserdichte sowie hitze- und kältebeständige Arbeitsbekleidung stellt hierfür eine ideale Lösung dar. Vor allem Jacken mit mehreren Schichten und Thermofutter sind eine gute Wahl, da einzelne Schichten je nach Bedingungen und individuellen Bedürfnissen hinzugefügt oder abgelegt werden können. Es ist auch unbedingt darauf zu achten, dass der Kopf warm und trocken bleibt. Generell sollte die Kleidung einfach an- und auszuziehen, atmungsaktiv und leicht sein sowie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.
  • Sehkraft: Die natürliche Sehkraft verschlechtert sich im Laufe der Jahre. So wird es für ältere Mitarbeiter schwieriger, in manchen Entfernungen die Schärfe zu korrigieren oder die Tiefe einzuschätzen, was wiederum zu einem höheren Unfallrisiko führt. Sehtests zeigen, ob Sehhilfen, wie Korrektionsschutzbrillen, benötigt werden.
  • Gehör: Mit zunehmendem Alter kann sich auch das Hörvermögen verändern. Manchmal ist es für ältere Arbeitskräfte schwierig, höhere Frequenzen zu hören. Im Gegensatz zu anderen „offensichtlichen“ Verletzungen, dauert es manchmal Jahre, bis Probleme mit dem Gehör diagnostiziert werden. Auch wenn vielleicht bereits eine irreparable Schädigung besteht, so ist es wichtig, dass sich das bestehende Hörvermögen nicht noch weiter verschlechtert. Es muss daher größte Sorgfalt darauf verwendet werden, einen individuell passenden Gehörschutz zu finden.

Die Sicherheits- und Risikoanalyse sollte sich freilich nicht nur auf die oben angeführten altersbedingten Risiken beschränken, sondern auch die allgemeinen Arbeitsanforderungen sowie die individuelle Leistungsfähigkeit und gesundheitliche Verfassung jedes Mitarbeiters mitberücksichtigen.

Lesen Sie mehr dazu in der M.A.S. 3/17 im Infoservice auf Seite 3.

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