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TITEL INFOSERVICE: Bei Kälte: Auf den Schutz der Augen nicht vergessen

Ausgaben-Nummer: 
01/2019

Mit großen Schneemengen und dauerhaft niedrigen Temperaturen hat sich der Winter bisher von seiner besonders herausfordernden Seite gezeigt. Um auch bei diesen extremen Witterungsverhältnissen gut geschützt im Freien arbeiten zu können, braucht es eine passende Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Was dabei oft vergessen wird: Auch die Augen benötigen Schutz gegen die beißende Kälte.
Eine witterungstaugliche und hochsichtbare Schutzbekleidung ist bei Arbeiten im Freien in der dunklen und kalten Jahreszeit unabdingbar. Die passende Schutzbekleidung verhindert nicht nur Berufskrankheiten, sondern schützt auch vor Kälte, Wind und Regen bzw. Feuchtigkeit. Bei Arbeiten im Freien ist es besonders wichtig, trocken zu bleiben und eine angenehme Körpertemperatur zu halten. Hier hat sich in der Praxis das „Mehrlagen-Prinzip“ mit beispielweise drei verschiedenen Lagen an Kleidung als wirkungsvoll erwiesen. Lage 1 dient dem Feuchtigkeitstransport von der Haut weg, Lage 2 isoliert und Lage 3 dient dem Schutz gegen Kälte, Regen und Wind. Eine Vielzahl weitere, „kleine“ Details machen eine gute Außenbekleidung aus, wie z.B. eingelassene Bündchen an Arm- und Beinabschlüssen, Schneesperre über dem Reißverschluss, wärmendes Futter in den vorderen Taschen, verstellbares Taillenband, Reißverschluss bis zum Kragen. Auch auf eine entsprechende Kopfbedeckung sollte keinesfalls vergessen werden.
Bei kühlen Außentemperaturen ist es zudem wichtig, neben Körper und Kopf auch die Füße trocken und warm zu halten. Schuhe können zusätzlich „CI (Cold Isolation)“ geprüft sein, dann isolieren sie gut gegen die Kälte des Bodens. Eisige Kälte und starker Wind stellen auch für unsere Haut eine große Belastungsprobe dar. Ein systematisches Hautschutzkonzept ist im Winter daher genauso wichtig wie ein UV-Schutzprogramm im Sommer.

Fünf Risiken für die Augen
Neben den hier angeführten Persönlichen Schutzausrüstungen darf keinesfalls auf den Augenschutz vergessen werden, egal ob nun auf einer Baustelle im Freien oder in einem Kühlhaus gearbeitet wird. Wir haben mit Katarzyna Kassner, Product Manager Eyewear bei Honeywell Industrial Safety, über die Risiken gesprochen, denen die Augen bei Arbeiten in kalter Umgebung ausgesetzt sind:

M.A.S.: Im Zusammenhang mit Arbeiten bei Kälte denkt man sofort an beschlagene Brillen.
> Beschlagene Sichtscheiben sind das Risiko Nummer 1. Das Beschlagen der Schutzbrillen ist die größte Herausforderung, mit der Mitarbeiter besonders bei kalter Witterung konfrontiert sind. Eine gefährliche Konsequenz von beschlagenen Sichtscheiben besteht darin, dass man möglicherweise nicht mehr richtig sehen kann und stolpert. Dies kann vor allem bei Höhenarbeiten tödlich sein. Auf der anderen Seite kann eine schlechte Sicht dazu führen, dass Arbeitnehmer ihre Brille abnehmen, um die Sichtscheibe abzuwischen. Dabei setzen sie sich dem Risiko schwerer Verletzungen aus.
Tipp: Wählen Sie Brillen mit beschlaghemmender Beschichtung – mit Belüftung oben und unten für bessere Luftzirkulation – um das Beschlagen deutlich zu reduzieren, damit die Sichtscheiben klar und die Mitarbeiter sicher bleiben.
M.A.S.: Was stellt noch ein Risiko dar?
> Risiko 2 ist das Ermüden der Augen. Tränen spielen eine Schlüsselrolle bei der Befeuchtung des Auges und schützen es durch Ausspülen von Staub und Schmutz. Wenn es jedoch besonders kalt und windig ist, können die Augen möglicherweise nicht mehr genügend Tränenflüssigkeit produzieren, um sich vor Regen, Schnee und anderen fliegenden Partikeln zu schützen. Infolgedessen können sie austrocknen, sodass sie rot, geschwollen und gereizt werden und Beschwerden verursachen.
Tipp: Verwenden Sie eine Schutzbrille mit breitem, verstellbarem Kopfband, das für eine sichere und bequeme Passform sorgt. So schützen Sie Ihre Augen besser, wenn Sie längere Zeit im Freien arbeiten.
M.A.S.: Wie kommt es zur „Schneeblindheit“?
> Die Schneeblindheit stellt ein weiteres Risiko dar. Der Winter gehört nicht immer zu den sonnigsten Jahreszeiten. Dennoch kann die Einwirkung von hellem Sonnenlicht, das von Schnee oder Eis reflektiert wird, zu einer Photokeratitis bzw. Schneeblindheit führen. Übermäßige Einwirkung von solchem ultravioletten (UV) Licht kann die Zellen auf der Augenoberfläche vorübergehend beschädigen und Symptome wie Schwellung, Schmerzen und verschwommene Sicht verursachen.
Tipp: Wählen Sie eine geeignete Tönung der Sichtscheibe, z. B. grau, um das Risiko von Schneeblindheit zu verringern.
M.A.S.: Zu besonders gefährlichen Situationen kann es auch kommen, wenn die Sicht verschwommen ist.
> Ja, verschwommene Sicht ist ein weiteres Risiko. Wie schon erwähnt, sind Tränen wichtig für die Befeuchtung der Augen. Das Arbeiten in der Kälte kann ohne geeigneten Augenschutz zu übermäßigem Tränenfluss und rot geschwollenen Augen führen. Das ist eine Folge von verengten Blutgefäßen im Gewebe in der Nähe der Augen und dies kann zu verschwommener Sicht führen.
Tipp: Tragen Sie eine Vollsichtbrille, die Sie vor Wind und fliegenden Partikeln schützt und eine zusätzliche Abdeckung des Gesichts gewährleistet.
M.A.S.: Schutzbrillen sollten schließlich auch bequem und modern sein. 
Risiken können entstehen, wenn Mitarbeiter eine Vollsichtbrille tragen sollen, die sie unangenehm oder vielleicht nicht modisch finden. Das führt dazu, dass sie ihre Schutzbrillen eher ablegen und ihre Augen den oben beschriebenen Risiken aussetzen – ganz zu schweigen von gefährlichen Substanzen, denen sie in Umgebungen wie Baustellen oder Offshore-Plattformen ausgesetzt sein können.
Tipp: Stellen Sie Ihren Mitarbeitern beispielsweise eine Schutzbrille mit breitem, verstellbarem Kopfband und einem modernen, vom Skisport inspirierten Look, zur Verfügung. Das wird sie motivieren, ihre Schutzbrille während der Arbeit zu tragen. 

Lesen Sie mehr in der M.A.S. 1/19 im Infoservice auf Seite 3. Fotocredit: (C)iStockphoto/holgs