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TITEL INFOSERVICE: Berufliche Hautkrankheiten - die unterschätzte Gefahr

Ausgaben-Nummer: 
02/2017

Obwohl Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, ihren Mitarbeitern Hautschutzmittel zur Verfügung zu stellen, genießt der berufliche Hautschutz in vielen österreichischen Unternehmen noch nicht denselben Stellenwert wie andere Persönliche Schutzausrüstungen (PSA). Wir gehen der Frage nach, woran das liegt und wie sich Barrieren abbauen lassen.

Seit April 2014 gibt die PSA-Verordnung in Österreich klare Regeln für den beruflichen Hautschutz vor. Wenn Gefährdungen für die Haut vorliegen, müssen Arbeitgeber den Arbeitnehmern demnach „die erforderlichen Hautmittel in geeigneter und den hygienischen Anforderungen entsprechender Form zur persönlichen Anwendung zur Verfügung stellen …“. Zudem muss es einen Hautschutzplan geben, in dem festgelegt ist, bei welchen Arbeitsvorgängen welche Hautschutzmittel angewendet werden müssen. Nicht zuletzt hat eine Unterweisung zur richtigen Anwendung der Hautschutzmittel zu erfolgen.

Durch diese klaren rechtlichen Regeln hat der berufliche Hautschutz an Bedeutung gewonnen. „Dennoch wird er in vielen Betrieben im Vergleich zu anderen Formen der PSA noch immer etwas stiefmütterlich behandelt. So vergisst kaum ein Beschäftigter, seine Sicherheitsschuhe oder seinen Helm zu tragen. Nach der Arbeit aber keine Handpflegemittel zu verwenden – das sehen viele Arbeiter immer noch als lässliche Sünde an“, weiß Hanspeter Pfleger, Hautschutzberater der Peter Greven Physioderm GmbH, aus der täglichen Praxis.

Bewusstseinsbildung und Aufklärung wichtig

Dabei sollte eigentlich schon ein Blick in die Statistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) genügen, um die Bedeutung des Hautschutzes deutlich zu machen. Hautkrankheiten stellen nach der Lärmschwerhörigkeit demnach die zweithäufigste anerkannte Gruppe der Berufskrankheiten dar. Von den 3.187 Berufskrankheiten, die 2015 gemeldet wurden, waren 664 Hautkrankheiten – das sind rund 20%. In 116 Fällen wurde schließlich eine Berufskrankheit der Haut anerkannt. 

Dafür, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit von beruflichem Hautschutz in vielen Unternehmen trotz allem noch immer ausbaufähig ist, gibt es eine Reihe von Gründen: Zunächst einmal zeigen sich die negativen Folgen durch vernachlässigten Hautschutz erst sehr langfristig. Wenn einem Bauarbeiter ein Stein auf den Fuß fällt und er keine Sicherheitsschuhe trägt, dann bemerkt er den Schmerz sofort und unmittelbar – er ist sensibilisiert. „Berufliche Hautkrankheiten hingegen treten meist erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten auf. Daher ist Aufklärung besonders wichtig. Denn vielen Betroffenen – sowohl auf Seiten der Arbeitnehmer als auch der Verantwortlichen – fehlt noch immer das Bewusstsein für und das Wissen über den Hautschutz“, betont Pfleger.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 2/17 auf den Seiten 2 und 3 im Infoservice.

Fotocredit: (C)iStockphoto