Startseite

TITEL INFOSERVICE: Betriebliche Prävention - Erfolgreich informieren und unterweisen

Ausgaben-Nummer: 
01/2018

Arbeitsschutzunterweisungen sind ein wichtiges und bewährtes Instrument im Rahmen der betrieblichen Präventionsarbeit. Wir haben für Sie die wichtigsten Inhalte von Information und Unterweisung zusammengefasst und wie PSA-Unterweisungen gestaltet werden sollten, damit sie möglichst erfolgreich und effektiv sind.
Arbeitgeber haben die Verpflichtung, ihre Arbeitnehmer in allen Belangen des Arbeitnehmerschutzes zu informieren und zu unterweisen. Arbeitnehmer wiederum sind verpflichtet, den Unterweisungen und Anweisungen des Arbeitgebers Folge zu leisten (§ 3 Abs. 1 ASchG, § 15 ASchG). Die am 1. Mai 2014 in Kraft getretene Verordnung Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V) konkretisiert die ASchG-Vorgaben zur betrieblichen Gefahrenevaluierung betreffend PSA, PSA-Auswahl und Bewertung, Information und Unterweisung sowie die jeweiligen Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer für alle PSA-Arten.

Intervalle Information & Unterweisung
Die Grundsätze für Information und Unterweisung sind in § 7 PSA-V festgeschrieben: So haben Arbeitgeber Arbeitnehmer, die PSA verwenden müssen, vor der erstmaligen Verwendung und danach, sofern der 2. Abschnitt nichts anderes bestimmt oder die Bewertung dies ergeben hat, mindestens einmal jährlich nachweislich über die PSA zu informieren und zu unterweisen.
Die Unterweisung hat durch Schulungen zu erfolgen. Erforderlichenfalls (falls im 2. Abschnitt vorgesehen oder laut § 5 Abs. 4 bei der Bewertung festgelegt) sind zusätzlich praktische Übungen durchzuführen, vgl. u.a. jährliche Übungen bei Verwendung von PSA gegen Absturz, Ertrinken und Versinken (§ 14 Abs. 6 PSA-V), halbjährliche Übungen bei Verwendung von Atemschutzgeräten (§ 15 Abs. 7 PSA-V).
Für „regelmäßig getragene PSA" (z.B. wöchentlich) enthält § 7 Abs. 7 PSA-V eine Ausnahme von der Jahresfrist. In der Arbeitsplatzevaluierung können längere Intervalle festgelegt werden (maximal drei Jahre), wenn besondere Maßnahmen wie z.B. Sicherheitsaudits und -zirkel oder Kontrollsysteme den wirksamen Schutz der Arbeitnehmer gewährleisten. Bei offensichtlich festgestelltem Fehlverhalten muss die Unterweisung in jedem Fall wiederholt werden!

Inhalte Information & Unterweisung
Die Information vor der erstmaligen Verwendung hat zumindest Folgendes zu umfassen:
1.    gegen welche Gefahren die zur Verfügung gestellte PSA bei zweckentsprechender Verwendung schützt
2.    die Ergebnisse der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren und die festgelegten Gefahrenverhütungsmaßnahmen
3.    die Bewertung und Auswahl der PSA
4.    die Sicherheits- und Gesundheitsgefahren bei Nichtverwendung der PSA
5.    die Sicherheits- und Gesundheitsgefahren bei allenfalls weiterbestehenden Restrisiken.
Die wiederkehrende Information hat die Punkte 1., 4. und 5. zu enthalten. Bitte beachten Sie: Auch Arbeitnehmer, die in unmittelbarer Nähe von Bereichen tätig sind, in denen PSA zu verwenden ist, oder den „PSA-Bereich“ bei ihrer Tätigkeit durchqueren müssen, sind erforderlichenfalls zu informieren.
Die Unterweisung hat über folgende Inhalte zu informieren:
•    die bestimmungsgemäße Benutzung, Verwendungsbeschränkungen
•    die ordnungsgemäße Lagerung vor der ersten Verwendung
•    die ordnungsgemäße Aufbewahrung zwischen den Verwendungen sowie die Aufbewahrungsplätze für PSA (sofern festgelegt)
•    die Reinigung und Pflege
•    die sachgerechte Entsorgung
•    das Erkennen von die Schutzwirkung beeinträchtigenden Beschädigungen und Mängeln (Sichtprüfung)
•    das Vorgehen bei festgestellten Beschädigungen und Mängeln
•    alle sonstigen Maßnahmen (aus Arbeitsplatzevaluierung bzw. Bewertung)
Die Angaben der Hersteller und Inverkehrbringer sind jedenfalls zu berücksichtigen. Die Verwender-Informationen sind den Arbeitnehmern in einer für sie verständlichen Form zur Verfügung zu stellen.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 1/18 im Infoservice auf Seite 3.

Fotocredit: (C)istockphoto/Sneksy