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TITEL INFOSERVICE: Normen & Kennzeichnung Handschutz - Teil 2

Ausgaben-Nummer: 
03/2018

Für die Auswahl der richtigen Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ist es notwendig, die wichtigsten Normen und Kennzeichnungen zu kennen. Gerade im Bereich Handschutz hat sich hier im Vorjahr einiges verändert. Die aktualisierte Norm EN 388 für „Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken“ haben wir bereits in unserer letzten Ausgabe behandelt. Nun widmen wir uns der 2017 in Kraft getretenen ÖNORM EN ISO 374-Ausgabe: 2017-02-01 für „Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen“.
Die allgemeinen Anforderungen an Schutzhandschuhe und Armschützer sind nach EN 420:2010 geregelt. Seit dem Vorjahr gilt für „Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken“ die neue ÖNORM EN 388 – Ausgabe: 2016-12-15 und für „Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen“ die neue ÖNORM EN ISO 374-Ausgabe: 2017-02-01.

Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen
Die EN ISO 374 legt die Eigenschaften von Handschuhen zum Schutz des Anwenders vor Chemikalien und/oder Mikroorganismen fest. Folgende wichtige Begriffe sollten Sie in diesem Zusammenhang kennen:

  • Degradation: bezeichnet die Verschlechterung einer oder mehrerer physikalischer Eigenschaften eines Handschuhs infolge des Kontakts mit einer Chemikalie. Dazu zählen z.B. Aufquellen, Auflösen, Erweichung, Verhärtung, Verformung.
  • Penetration: bezeichnet das „Eindringen“ eines Stoffes und/oder Mikroorganismus durch poröse Stellen, Nähte, Nadellöcher oder andere Defekte in einen Schutzhandschuh.
  • Permeation: definiert die „Durchbruchszeiten“, die eine gefährliche Flüssigkeit bis zum Hautkontakt benötigt. Die Ermittlung der Permeationsleistung ist deshalb so wichtig, da die Gummi- und Kunststoffschichten eines Handschuhs nicht immer eine Flüssigkeitsbarriere bilden, sondern manchmal wie ein Schwamm Flüssigkeit aufsaugen und gegen die Haut drücken.

 
NEU: 18 statt 12 Prüfchemikalien
Im Zuge der Normänderung hat sich die Liste der Prüfchemikalien für die Permeationsmessung von 12 auf 18 erweitert. Neu hinzugekommen sind Salpetersäure 65% (M), Essigsäure 99% (N), Ammoniakwasser 25% (O), Wasserstoffperoxid 30% (P), Flusssäure 40% (S) und Formaldehyd 37% (T).

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 3/18 im Infoservice auf Seite 3.

Fotocredit: (C)AdobeStock/Elisa