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TITEL: Passformsichere Schutzbekleidung - Funktionsmaße & thermischer Tragekomfort

Ausgaben-Nummer: 
01/2018

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) muss nicht nur gegen die erwarteten Gefahren schützen, sondern stets auch für die jeweiligen Bedingungen am Arbeitsplatz geeignet und ergonomisch tauglich sein. Darüber hinaus gewinnen die Faktoren Komfort und Passgenauigkeit immer mehr an Bedeutung. Zwei aktuelle Forschungsprojekte der Hohenstein Institute setzen genau hier an.
Je passgenauer die Persönliche Schutzausrüstung ist, desto höher sind auch Trageakzeptanz und Tragequote – und damit schließlich die Sicherheit. Die individuelle Anpassung der PSA an die speziellen Bedürfnisse des Trägers, z.B. aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit, spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Berücksichtigung individueller Passformen und geschlechterspezifischer Anforderungen. Individuelle PSA kommt derzeit verstärkt in den Bereichen Augen-, Gesichts- und Gehörschutz sowie Schutzbekleidung und Fußschutz zur Anwendung. Immer mehr Hersteller bieten beispielsweise spezielle Damenkollektionen an, die sich u.a. in Sachen Schnittführung, Farb- und Materialauswahl von den Herrenkollektionen unterscheiden. Bei Sicherheitsschuhen wiederum garantieren nur speziell auf die Bedürfnisse eines Damenfußes entwickelte Damenleisten für eigene Damenmodelle eine optimale Passform.
Einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet haben wir in unserem PSA-Schwerpunkt „Wegweiser zu individueller Persönlicher Schutzausrüstung“ in der M.A.S. 2/17 gegeben. Der weiteren Optimierung von Passgenauigkeit und Komfort von Schutzbekleidung widmen sich aktuell zwei interessante Forschungsprojekte der Hohenstein Institute:

Neues Größensystem für Funktionsmaße
Die in der Konfektion verwendeten Größentabellen sind Grundlage für die Schnittentwicklung und Passformsicherung, decken jedoch die Funktionsanforderungen an Berufs- und Schutzbekleidung nur unzureichend ab. Körpermaße verändern sich ja durch die Bewegung des Körpers. Diese bewegungsbedingte Bandbreite von Körpermaßen, wie z.B. verschiedene Armreichweiten, wird in den Standardgrößentabellen jedoch nicht berücksichtigt, sondern in sogenannten Ergonomie-Normen abgebildet und in Perzentilen dargestellt. Das Problem dabei: Perzentile sind nur Prozentangaben, um die Verteilung eines Maßes innerhalb einer Personenstichprobe zu beschreiben; sie haben keinen Bezug zur Konfektionsgröße. Was daher fehlt, ist die Verbindung zwischen diesen beiden Systemen – also ein Maßstandard, der sowohl den Größenbezug als auch die Bewegung des Körpers bei der Arbeit berücksichtigt.
Genau diesem fehlenden Link widmet sich nun das aktuelle Forschungsprojekt „Funktionsmaße“ der Hohenstein Group: Darin wird die Variabilität von Körpermaßen erforscht, um die bewegungsbedingten Körperveränderungen in ein neues Größensystem für Funktionsmaße umzusetzen. Im Fokus steht die 3D-Analyse der Körpermaße von Frauen und Männern in verschiedenen Körperhaltungen.

Lesen Sie weiter in der M.A.S. 1/18 auf den Seiten 4 und 5.

Fotocredit: (C)mascot