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TITELSTORY: Diversitätsorientiertes BGM: Individuell und bedarfsgerecht

Ausgaben-Nummer: 
02/2016

Die Unterschiedlichkeit von Beschäftigten in Bezug auf Aspekte wie Geschlecht, Alter, Kultur und Leistungsfähigkeit spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Arbeitswelt. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) ist der Frage nachgegangen, wie dieser zunehmenden Diversität der Belegschaft insbesondere in den Bereichen Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung Rechnung getragen und diese als Chance für das Unternehmen begriffen werden kann.

Im Zuge des Wandels in der Arbeitswelt und der demografischen Entwicklung verändert sich in den Unternehmen auch die Belegschaft – sie wird immer vielfältiger. Diese personelle Vielfalt kann über den Begriff „Diversity“ (deutsch: Diversität) beschrieben werden. Damit ist die Unterschiedlichkeit von Beschäftigten in Bezug auf Aspekte wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Kultur, Nationalität und Leistungsfähigkeit gemeint. „Diversity Management“ beschäftigt sich mit all diesen Formen von Vielfalt. Im Mittelpunkt steht dabei die bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung der unterschiedlichen individuellen Fähigkeiten und Ressourcen, welche die Beschäftigten in den Betrieb mit einbringen: Vielfalt wird nicht als Problem, sondern als Chance für das Unternehmen begriffen.

Diversität im Arbeitsschutz

Was diese zunehmende Diversität der Beschäftigten nun insbesondere für die Präventionsarbeit und gesundheitsfördernde Maßnahmen in Unternehmen bedeutet, das hat die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) näher beleuchtet und kürzlich in den iga.Fakten 8 „Potenziale der Vielfalt in der Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung“ kompakt dargestellt. Es wird darin nicht nur erläutert, worauf es bei der Implementierung eines diversitätsorientierten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ankommt, sondern auch wo bei der Entwicklung von Angeboten in der Praxis oftmals Hindernisse oder ungewollte Stereotypisierungen auftreten können. Wir haben für Sie wichtige Eckpunkte zusammengefasst:

  • Beim diversitätsorientierten BGM kommt es auf ein klares Bekenntnis der Unternehmensführung zur Vielfalt an.
  • „Mit der zunehmenden Diversität der Belegschaften wächst gleichermaßen die Bedeutung individueller Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention, die bedarfsgerecht ausgestaltet sind und sich z. B. an Lebensphasen orientieren“, betonen die Studienautoren.
  • Je größer der Bedarf bezüglich der Berücksichtigung von Diversität im Unternehmen ist, desto individueller sollten die jeweiligen Maßnahmen ausgestaltet werden.
  • Da sich Belastungen auf Männer und Frauen unterschiedlich auswirken können, braucht es in Bezug auf die weibliche Belegschaft eine gendersensible Betrachtung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen, differenziert nach Branchen bzw. Berufen.
  • Aufgrund des demografischen Wandels werden Themen wie alter(n)sgerechtes Arbeiten, altersgemischte Teams, lebenslanges Lernen und der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit durch gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen weiter an Bedeutung gewinnen.
  • Durch die Zuwanderung hat auch die kulturelle Vielfalt in den Unternehmen zugenommen. Diese unterschiedlichen kulturellen Hintergründe erfordern von allen Beteiligten einen offenen und wertschätzenden Umgang miteinander.
  • Dies gilt selbstverständlich auch in Bezug auf die stärkere Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt durch die Ausgestaltung barrierefreier Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Win-Win-Situation für beide Seiten

Durch die Berücksichtigung von Diversität in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz werden die individuellen Ressourcen und Fähigkeiten von Beschäftigten wertgeschätzt und gefördert. Dies führt zu einer Win-Win-Situation auf beiden Seiten: Das Unternehmen sichert sich wertvolle Wettbewerbsvorteile, fördert damit zugleich aber die Arbeitsfähigkeit und die Arbeitszufriedenheit seiner Belegschaft.

Lesen Sie mehr in der M.A.S. 2/16 auf Seite 5. Sie wollen unsere Fachzeitschrift M.A.S. - Mensch.Arbeit.Sicherheit. abonnieren? Dann finden Sie im Menüpunkt "M.A.S.-Magazin bestellen" ein Onlinebestellformular.

Fotocredit: (C) iStockphoto